Steam machines: valve gesteht leistungseinbruch – drama um den speicher!
Die vielversprechende Steam Machine, die als Revolution des PC-Gamings angekündigt wurde, stolpert weiter von einem Problem zum nächsten. Nachdem bereits die Preisgestaltung für Verwirrung sorgte, räumt Valve nun ein, dass die Geräte mit einem kompromissbehafteten Speicherkonzept ausgeliefert werden – mit spürbaren Leistungseinbußen zur Folge.

Die bittere realität des single-channel-betriebs
Ursprünglich kündigte Valve zwei Varianten der Steam Machine an: eine mit zwei 8-GB-Modulen und eine mit einem 16-GB-Modul. Jeder halbwegs versierte PC-Enthusiast weiß, dass DDR5-Speicher im Dual-Channel-Modus arbeitet – ein Fakt, der die Leistung erheblich steigert. Doch die Realität sieht anders aus: Aufgrund von Engpässen bei der RAM-Lieferung und einem unerwartet hohen Preis für 8-GB-Module hat Valve einen Rückzieher vollzogen. Alle Steam Machines werden nun mit einem einzigen 16-GB-Modul ausgestattet.
Die Konsequenz ist ein Leistungseinbruch, der sich in Benchmarks deutlich bemerkbar macht. Gamers Nexus, ein renommierter Hardware-Tester, hat dies eindrücklich demonstriert. Im Vergleich zu einer Konfiguration mit zwei 8-GB-Modulen verliert die Single-Channel-Variante in Spielen wie Baldur's Gate 3 bis zu 20 Prozent an Leistung. Das ist keine „geringe Differenz“, wie Valve zunächst behauptete.
Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die Dual-Channel-Konfiguration bietet in Baldur's Gate 3 einen Leistungsgewinn von 15 Prozent, in Resident Evil 4 von 10 Prozent und in The Outer Worlds sogar von über 14 Prozent. Selbst in Starfield, wo der Unterschied geringer ausfällt, erzielt die Dual-Channel-Variante einen Vorteil von 3 Prozent. Auch außerhalb des Gaming-Bereichs leidet die Leistung: Beim Komprimieren von Dateien mit 7-Zip ist die Dual-Channel-Konfiguration um 19 Prozent schneller.
Valve wusste um dieses Problem, wie TweakTown berichtet. Dennoch entschied man sich, alle Steam Machines mit einem einzelnen 16-GB-Modul auszuliefern. Die offizielle Begründung ist, dass es schlichtweg nicht genügend Geräte mit Dual-Channel-Konfiguration gibt. Der Nutzer soll die Möglichkeit haben, später ein zweites Modul hinzuzufügen – zu einem Preis, der die ohnehin schon hohe Investition in die Steam Machine weiter in die Höhe treibt. Ein 16-GB-DDR5-Modul kostet heute zwischen 200 und 250 Euro, während es vor zwei Jahren noch für rund 60 Euro zu haben war. Das ist eine deutliche Preiserhöhung, die das ohnehin schon fragwürdige Preis-Leistungs-Verhältnis der Steam Machine weiter verschlechtert.
Die Ironie liegt auf der Hand: Valve verkauft eine Konsole, die als offene Plattform für PC-Gamer gedacht ist, mit einem Hardware-Setup, das bewusst Leistung einbüßt, um Kosten zu sparen. Die Nutzer werden gezwungen, extra zu bezahlen, um das volle Potenzial ihrer Steam Machine auszuschöpfen. Ein trauriger Beweis dafür, dass selbst technologische Innovationen nicht vor wirtschaftlichen Zwängen gefeit sind.
Die aktuelle Situation zeigt, dass die Steam Machine trotz aller Ambitionen zu einem enttäuschenden Produkt geworden ist. Ein Produkt, das mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert und das den Ruf von Valve in der Gaming-Community nachhaltig beschädigen könnte. Der Traum vom erschwinglichen, leistungsstarken PC-Gaming-Hub scheint weiter entfernt denn je.