Ram-notstand in china: elektronikfirmen kämpfen ums überleben
Die Nachricht kommt wie ein Schock aus den chinesischen Chipfabriken: Die Speicher-Engpässe sind dramatisch schlimmer als erwartet. Über 190.000 kleine und mittelständische Unternehmen im Bereich Elektronikkomponenten und Technologie stehen vor dem Aus, weil sie schlichtweg keinen Arbeitsspeicher mehr bekommen. Ein regelrechtes Chaos herrscht bei den Preisen, die sich stündlich ändern – ein Szenario, das selbst erfahrene Händler mit dem Börsenhandel vergleichen lassen.
Die preisspirale: ein wettlauf gegen die zeit
Kunden berichten von einer Situation, in der sie im Voraus bezahlen müssen, ohne genau zu wissen, welchen Preis sie letztendlich zahlen werden. Bestellungen, die innerhalb weniger Tage geliefert werden, können bereits zu einem völlig anderen Kurs verbucht sein. „Es ist ein Glücksspiel“, klagt ein Kunde gegenüber DigiTimes Asia. Wer eine Absage des Auftrags erwägt, muss mit einer langen Wartezeit rechnen – eine Pattsituation, die viele Betroffenen zermürbt.
Wir sprechen hier nicht nur von Problemen bei Computern und Smartphones. RAM findet sich in tausenden Geräten aller Art – von Armbanduhren über Kameras und Router bis hin zu Pendrives, Spielzeug und sogar Waagen. Die Auswirkungen sind also weitreichend und betreffen ein breites Spektrum der Konsumgüterindustrie.

Der rameggedon: ddr5 und die ki-forderung
Die Krise beschränkt sich nicht bloß auf den Kauf von DDR5-RAM, den Unternehmen für ihre KI-Anwendungen benötigen. Da die Nachfrage nach diesem teuren Speicher explodiert und die Bestellmengen in die Tausende gehen, konzentrieren sich die Fabriken zunehmend auf die Produktion von RAM und SSDs für die künstliche Intelligenz. <Ein deutliches Beispiel hierfür ist Microns Entscheidung, die Consumer-Linie Crucial für SSDs einzustellen, um sich voll und ganz der KI-Branche zu widmen.
Die großen Speicherhersteller haben offenbar eine VIP-Kundenliste mit etwa 100 Unternehmen, die bevorzugt behandelt werden. Die restlichen 190.000 Kunden müssen sich um die wenigen verbleibenden Ressourcen streiten. Zu dieser exklusiven Gruppe gehören Cloud-Dienstleister wie Amazon, Google und Microsoft, Chip-Hersteller wie Nvidia, Automobilhersteller und Top-Smartphone-Produzenten wie Apple und Samsung. Diese Unternehmen sichern sich den Großteil des verfügbaren RAM und stabilisieren sogar die Preise, was die Situation für kleinere Unternehmen noch weiter verschärft.

Die bot-flut: ein ungleicher kampf
Die Lage spitzt sich weiter zu, da Bots nun sechs von sieben Kaufanfragen dominieren. <Das bedeutet, dass der Wettbewerb um die wenigen verbleibenden Speicherchips noch intensiver geworden ist. Ein betroffener Unternehmer beschreibt die Situation als „Kampf ums Überleben“. Wer RAM für seine Produkte beschaffen kann, wird überleben; wer scheitert, wird den Markt verlassen müssen.
HP kündigte kürzlich an, dass der Anteil der Speicherkosten am Preis eines PCs in nur drei Monaten von 17 auf 36 Prozent gestiegen ist. Analysten von Gartner prognostizieren, dass es im Jahr 2028 keine PCs mehr unter 500 Euro geben wird. Und das ist noch ohne Berücksichtigung der potenziellen Auswirkungen eines Konflikts zwischen den USA und dem Iran auf die Lieferketten und den Transport.
2026 wird ein hartes Jahr für Unternehmen sein, die mit Hardware arbeiten, und für Verbraucher, die einen PC, ein Smartphone oder ein anderes Gerät mit RAM kaufen müssen. <Die Aussichten sind düster; ein Licht am Horizont ist derzeit nicht in Sicht.
