RAM-Diebstahl in China: KI-Boom treibt Preise in die Höhe und zieht Kriminelle an
Ein ungewöhnlicher Trend macht die Runde in China: Kriminelle spezialisieren sich auf den Diebstahl von Arbeitsspeicher (RAM), angetrieben durch die explodierenden Preise aufgrund der Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. In der Stadt Shihezi, Provinz Xinjiang, wurden kürzlich zwei chinesische Staatsbürger festgenommen, die in vier eSport-Hotels RAM-Module gestohlen haben sollen – ein Zeichen dafür, wie weit die Auswirkungen der aktuellen RAM-Krise reichen.
Der Aufstieg der eSport-Hotels in China
Diese Hotels, auch Gamer-Hotels genannt, sind in China weit verbreitet und bieten speziell ausgestattete Zimmer mit leistungsstarken PCs für Online-Spiele. Mit über 20.000 dieser Einrichtungen allein im Jahr 2023 sind sie ein fester Bestandteil der Gaming-Kultur, insbesondere für Online-Mehrspieler-Spiele, die oft in eSport-Wettkämpfen münden. Viele Gamer mieten hier Zimmer, verbringen die Nacht mit Spielen und schlafen dann ein paar Stunden.
Die Täter agierten systematisch: Einer der Festgenommenen mietete zunächst ein Zimmer und stahl zwei 16-GB-RAM-Module. Nach dem Erfolg dieser Tat suchte er sich einen Komplizen, mit dem er in den folgenden 15 Tagen weitere 14 Module in vier verschiedenen Hotels entwendete. Der Trick war simpel: Die Module sind klein und leicht zu verstecken.
Die Entdeckung erfolgte durch Zufall. Während einer routinemäßigen Wartung stellte ein Mitarbeiter fest, dass ein PC nicht mehr startete. Bei der Untersuchung fehlten die RAM-Module. Die Polizei konnte die Täter mithilfe von Überwachungskameras in den Hotelkorridoren, den Hotelregistrierungen und den Nutzungsprotokollen der Computer identifizieren.
Die gestohlenen RAM-Module wurden auf dem Gebrauchtmarkt für lediglich 1.800 Euro verkauft – ein Preis, der angesichts der aktuellen Marktpreise überraschend niedrig ist.

Die RAM-Krise: KI saugt den Markt leer
Die Ursache für diesen Diebstahl liegt in der aktuellen RAM-Krise. Unternehmen, die im Bereich der künstlichen Intelligenz tätig sind, haben massiv in RAM investiert, um ihre Rechenzentren zu betreiben. Dadurch ist das Angebot für andere Bereiche drastisch reduziert und die Preise sind in die Höhe geschossen. Ein 16-GB-DDR5-Modul, das vor zwei Jahren noch 60 Euro kostete, wird heute in Spanien für 275 Euro gehandelt. Auch Grafikkarten, die ebenfalls RAM benötigen, sind deutlich teurer geworden.
Die Kombination aus geringem Volumen, einfacher Diebstahlsicherheit und hohen Verkaufspreisen macht RAM zu einem attraktiven Ziel für Kriminelle. Es ist ein düsteres Zeichen für den Zustand des Technologiekaufs, und es deutet darauf hin, dass diese Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Die Nachfrage nach KI-Leistung wird voraussichtlich weiter steigen, was den Druck auf den RAM-Markt und die Preise weiter erhöhen wird.