Mediengiganten im visier: zwölf us-bundesstaaten stoppen fusion
Ein erbitterter Kampf um die Zukunft des Medienmarktes entbrennt in den USA: Zwölf Bundesstaaten haben Klage vor einem Bundesgericht eingereicht, um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance im Volumen von 110 Milliarden Dollar zu blockieren. Trotz des Segens des US-Justizministeriums sehen die Staatsanwälte in der Entstehung eines neuen Medienimperiums eine massive Bedrohung für den Wettbewerb und befürchten steigende Preise für die Konsumenten sowie eine Einschränkung der Film- und Fernsehproduktion.

Die klage: ein angriff auf die medienvielfalt
Angeführt vom Generalstaatsanwalt von Kalifornien, Rob Bonta, argumentieren die Kläger, dass die Fusion zu einer marktbeherrschenden Stellung für eine einzige Entität führen würde, die mehr als ein Viertel des Kinos und des Kabelfernsehens kontrolliert. Bontas Warnung ist deutlich: Nicht nur würden die Preise explodieren, sondern auch die Qualität der Inhalte leiden, da die Auswahl für die Zuschauer drastisch reduziert würde. Die Strategie der Klage zielt darauf ab, die Balance im Medienmarkt zu bewahren und eine Monopolbildung zu verhindern.
Die Fusion von Warner Bros. und Paramount steht nun vor einem erheblichen juristischen Hindernis, dem größten bis dato. Die Staaten begründen ihre Klage damit, dass die resultierende Gesellschaft 27 Prozent des Kinofilmmarktes und über 30 Prozent der Blockbuster kontrollieren würde. Eine Konzentration, die, zusammen mit Disney, Universal und Sony, mehr als 90 Prozent der Kinoeinnahmen dominieren würde. Auch im Bereich des Bezahlfernsehens würde die fusionierte Gesellschaft mit über 50 Sendern einen Marktanteil von 34 Prozent erreichen.
Paramount Skydance verteidigt die Pläne energisch und bezeichnet die Klage als „falsch sowohl in ihren Fakten als auch in ihrem Recht“. Das Unternehmen argumentiert, dass die Fusion es ermöglichen würde, aggressiver in hochwertige Produktionen, Kinostarts und kreative Talente zu investieren. David Ellisons Versprechen, 30 Filme pro Jahr ins Kino zu bringen und die Serienproduktion zu erhöhen, wird von den Staaten jedoch als nicht bindend abgetan. Die Erinnerung an frühere, öffentlichkeitswirksame Ankündigungen von Warner Bros. zur Filmproduktion, die das Unternehmen nicht eingehalten hat, schwingt mit.
Hinter den Kulissen tobte ein intensiver Lobbykampf in Washington, bei dem Paramount-Executives wie David Ellison versuchten, die Gunst von Präsident Trump und anderen Regierungsbeamten zu gewinnen. Die Entscheidung des Justizministeriums, die Fusion nicht anzufechten, dürfte die Situation weiter verkomplizieren. Die Frage, ob die US-Gerichtshöfe dem Druck der Bundesstaaten standhalten und die Fusion stoppen, bleibt spannend.