Linux-gründer torvalds: c++ ist ein „horribles“ werkzeug!
Linus Torvalds, der Schöpfer des Linux-Kernels und des Versionskontrollsystems Git, hat in aller Deutlichkeit seine Meinung zu C++ geäußert: Er bezeichnet die Sprache als „horribel“. Ein Urteil, das in der Entwicklerwelt für Aufsehen sorgt, insbesondere angesichts der weiten Verbreitung von C++ in zahlreichen Bereichen.
Die kehrseite der flexibilität: komplexität und wartbarkeit
Die Kritik Torvalds' liegt nicht an der Leistungsfähigkeit von C++, die unbestritten ist. Vielmehr bemängelt er die Tendenz, durch die immense Flexibilität und Fülle an Funktionen zu unnötig kompliziertem und schwer wartbarem Code zu verleiten. Während C++ in Bereichen wie Videospielen, Finanzsoftware und wissenschaftlichen Anwendungen aufgrund seines Rauschgeschwindigkeitsvorteils weiterhin eine wichtige Rolle spielt, sieht Torvalds in der Praxis oft, dass die Sprache missbraucht wird, um „echten Schrott“ zu produzieren.
Die Aussage Torvalds, die bereits 2007 während einer Diskussion über Git fiel, ist ein Spiegelbild seiner Philosophie: Für kritische Systeme wie Linux oder Git, auf denen Millionen von Entwicklern zusammenarbeiten, zählt die Klarheit und Nachvollziehbarkeit des Codes mehr als die reine Ausdrucksstärke einer Programmiersprache. „C ist eine gute Wahl, selbst wenn der einzige Grund dafür ist, C++-Programmierer fernzuhalten“, so Torvalds.

C: explizit statt abstrakt
Torvalds bevorzugt C, weil es expliziter ist. In C sind viele Entscheidungen des Programmierers sichtbar, beispielsweise bei der Speicherverwaltung oder der Datenmanipulation. Das Verhalten des Programms bleibt dem Entwickler näher, was die Fehlersuche und das Verständnis des Codes erheblich vereinfacht. C++ hingegen verbirgt viele Operationen hinter eleganten Abstraktionen, was zwar den Code oberflächlich aufgeräumter erscheinen lässt, aber die Nachvollziehbarkeit erschwert.
In einem Projekt mit tausenden von Codeänderungen und zahlreichen Reviewern kann dies zu erheblichen Problemen führen. Der Einsatz von C++ birgt das Risiko, dass jeder Programmierer seinen eigenen Stil pflegt und die Wartbarkeit dadurch unnötig erschwert. Die Entscheidung für C ist somit eine bewusste Abwägung zwischen Leistung und Wartbarkeit – eine Abwägung, die Torvalds eindeutig zugunsten der Letzteren trifft. Er argumentiert, dass in kritischen Systemen die Vermeidung von Komplexität Vorrang vor der Nutzung aller Möglichkeiten einer Programmiersprache haben muss.
Die Debatte um die Vor- und Nachteile von C++ ist keineswegs neu. Doch die deutliche Kritik eines so einflussreichen Programmierers wie Linus Torvalds erinnert daran, dass die Wahl der richtigen Werkzeuge für die Aufgabe entscheidend ist – und dass manchmal weniger mehr ist.