Joby aviation: taxis fliegenden – revolution für new york?

Die Skyline von New York könnte bald ein neues, leises Verkehrsmittel beherbergen: Joby Aviation testet diese Woche elektrische Flugtaxis zwischen dem John F. Kennedy Airport und Manhattan. Ein ambitioniertes Projekt, das das Potenzial hat, Staus und Lärmbelästigung in einer der am stärksten frequentierten Städte der Welt drastisch zu reduzieren.

Der testflug: ein erster vorgeschmack auf die zukunft

Die Demonstrationsflüge, die in den bestehenden Hubschrauberrouten von Blade Urban Air Mobility stattfinden, sind bisher ohne Passagiere, aber mit erfahrenen Piloten. Diese ersten Direktverbindungen mit einem elektrischen Vertikalstart- und -landeflugzeug (eVTOL) in New York markieren einen wichtigen Meilenstein für Joby und für die gesamte Luftfahrtbranche. Das Unternehmen hofft, im zweiten Halbjahr dieses Jahres den kommerziellen Flugbetrieb in New York, Texas und Florida aufnehmen zu können – sofern die Zertifizierung durch die Federal Aviation Administration (FAA) erfolgt.

Die Vorstellung, dass man von JFK in nur wenigen Minuten die Innenstadt erreicht, klingt verlockend. Paul Sciarra, CEO von Joby, verspricht sogar, dass die Kosten eines solchen Fluges langfristig mit denen einer Uber-Fahrt vergleichbar sein werden, während die Reisezeit um ein Vielfaches sinkt und die Sicherheit im Vergleich zu Helikoptern gesteigert wird. Die Maschinen sollen zudem „hundertmal leiser“ sein als herkömmliche Helikopter. Statt des penetranten Dröhnens, das die Gebäude vibrieren lässt, verspricht Joby ein sanftes Surren, das sich kaum von der Umgebung abhebt.

Die lärmbelästigung: ein wachsendes problem in new york

Die lärmbelästigung: ein wachsendes problem in new york

Die zunehmende Belastung durch Helikopterverkehr in New York hat in den letzten Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Beschwerden geführt. Im Jahr 2023 wurden 59.000 Anrufe beim 311-Notruf eingegangen – ein dramatischer Anstieg im Vergleich zu den 3.300 Anrufen im Jahr 2019. Der tragische Unfall im vergangenen Jahr, bei dem ein Siemens-Manager, seine Frau und seine drei Kinder ums Leben kamen, hat die Sicherheitsbedenken zusätzlich verstärkt. Joby betont deshalb, dass seine Flugzeuge mit einer deutlich höheren Redundanz ausgestattet sind, darunter sechs Rotoren mit jeweils zwei Elektromotoren und drei Flugcomputern.

„Die meisten Helikopter sind für militärische Zwecke, Ölförderung oder den Einsatz in der Energiewirtschaft konzipiert, nicht für den Personentransport“, erklärt Rob Wiesenthal, CEO von Blade. „Es ist oft wie, wenn man einen Passagier in einen Betonmischer setzt. Ein Joby hingegen fühlt sich an wie ein sorgfältig konstruiertes Automobil.“

Die US-Regierung hat Joby und andere Unternehmen in ein Pilotprogramm aufgenommen, um die Integration von Flugtaxis in den amerikanischen Luftraum zu beschleunigen und Städten die Möglichkeit zu geben, die notwendige Infrastruktur aufzubauen. Ob Joby seinen ambitionierten Plänen treu bleiben kann und die FAA-Zertifizierung rechtzeitig erhält, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Die Zukunft des urbanen Verkehrs könnte stiller, schneller und möglicherweise auch sicherer sein, als wir uns heute vorstellen können. Die neubauähnlichen, blauen und weißen Flugzeuge, die sich diese Woche über Manhattan bewegen, sind ein vielversprechendes Zeichen dafür.