Deutsche soldatin bricht rekorde: operative einsätze und führungspositionen
Esmeralda Ruiz hat die militärische Welt Spaniens aufgerüttelt. Die Subtertinantin ist nicht nur die erste Frau, die den anspruchsvollen Kurs für operative Spezialkräfte an der Escuela Militar de Montaña y Operaciones Especiales (EMMOE) in Jaca bestand, sondern auch die erste Frau in den spanischen Streitkräften, die eine Führungsposition in einer Spezialeinheit innehat – dem Grupo de Operaciones Especiales IV (GOE IV) in Alicante.
Die motivation: mehr als nur abenteuerlust
Ruiz' militärische Laufbahn begann nicht in einer Soldatenfamilie. Vielmehr waren es Erzählungen von Freunden ihres Bruders, die sie faszinierten: Geschichten von Kameradschaft, topografischen Märschen, Schießübungen und der körperlichen Härte des Alltags. „Es war ein echtes Abenteuer“, erinnert sie sich. Doch der eigentliche Wendepunkt kam mit dem Ansporn ihres Freundes Pedro, der sie dazu ermutigte, ihre Ausbildung abzuschließen und den Weg in die Armee zu gehen. „Der wahre Dienst für Spanien erkannte ich erst innerhalb der Streitkräfte – es bedeutet, sein Land und seine Menschen zu schützen und zu lieben“, so Ruiz.

Ein weg voller herausforderungen: von der legion zum goe iv
Nach ihrer Ausbildung im Allgemeinen Unteroffizierslehrgang wurde Ruiz zum Tercio “Duque de Alba” 2º der Legión in Ceuta versetzt. Dort reifte sie als Militärin und entwickelte eine große Berufung auf diese Tätigkeit. Die Legión weckte in ihr den Wunsch nach kontinuierlicher Verbesserung und Weiterbildung. Dieser Umstand motivierte sie, sich für den Kurs für operative Spezialkräfte zu bewerben. Nach erfolgreichem Abschluss fand sie ihren Platz im GOE IV – „Es war, als wäre ich endlich zu Hause“, sagt sie.
Ihre Erfahrungen umfassen Einsätze in Afghanistan als Teamleiterin und Navigatorin, sowie zwei Missionen in Mali im Rahmen der europäischen Ausbildungsmission (EUTM).

Der kurs: ein test der grenzen
Der Kurs für operative Spezialkräfte in Jaca ist legendär für seine Härte. Er prüft nicht nur die körperliche und technische Leistungsfähigkeit, sondern auch die mentale Stärke der Teilnehmer. „Man kann nicht an all das denken, was noch vor einem liegt. Es gilt, jeden Tag, jede Woche, Schritt für Schritt zu meistern“, erklärt Ruiz. „Serenität und das Gefühl der Zusammengehörigkeit waren entscheidend, um das Ziel zu erreichen.“
Die Instruktionstechnische Ausbildung (ITC) ist dabei eine besonders herausfordernde Phase. „Ich erinnere mich daran mit einem Lächeln, aber damals war es keine Freude“, so Ruiz. Der Schlafmangel, das intensive Training und die extremen Wetterbedingungen fordern Körper und Geist bis an die Grenzen. Es ist ein Prozess, der viele Kandidaten scheitern lässt.

Mehr frauen in den spezialeinheiten?
Ruiz betont, dass es nicht darum geht, mehr oder weniger Frauen in den Spezialeinheiten zu haben, sondern darum, dass motivierte Militärs diese Einheiten verstärken. „Es geht um den Willen, sich zu übertreffen, um Teamgeist und ständige Vorbereitung. Das ist, was zählt.“ Sie ermutigt Frauen, es zu versuchen und betont, dass der Dienst in einer Spezialeinheit eine sehr intensive und erfüllende Erfahrung sein kann und eine tiefe persönliche Erfüllung bringt.

Ein leben im dienst: mehr als nur missionen
Im GOE IV ist Ruiz derzeit in der Operationsabteilung tätig, wo sie die Planung und Organisation von Ausbildungen und Einsätzen koordiniert. „Alles, was ich tue, dient dazu, dass meine Kollegen ihre Ausbildung optimal durchführen können“, sagt sie. Ihre Karriere ist geprägt von Engagement, Disziplin und der Leidenschaft für den Dienst am Land. „Die Erinnerungen an die Kameradschaft, das Teamwork und die Freundschaften, die man im Laufe der Jahre schließt, sind unbezahlbar“, so Ruiz.
Und was ist ihre größte Lektion aus all ihren Erfahrungen? „Verlieren Sie nie die Motivation und den Blick für das große Ganze. Das Ziel ist nicht der Kurs selbst, sondern der Dienst in einer Spezialeinheit – das ist es, was zählt.“
