Asml-aktien im sinkflug: chinesischer konkurrent auf dem vormarsch?
Die Aktien von ASML Holding NV haben am Montag dramatisch an Wert verloren und schlitterten auf ihr niedrigstes Niveau seit Juni. Auslöser ist ein Bericht, der besagt, dass ein chinesisches Staatsunternehmen mit der Massenproduktion von Chipsfertigungsanlagen begonnen hat – eine Entwicklung, die dem niederländischen Konzern potenziell schaden könnte.

Shanghaier unternehmen fordert die vorherrschaft von asml heraus
Laut einem Bericht von The Information, der sich auf Insiderquellen stützt, hat ein in Shanghai ansässiges Unternehmen begonnen, Deep Ultraviolet (DUV) Immersion Lithography Tools herzustellen. Diese Maschinen sind essenziell für die Lithografie, einen kritischen Schritt bei der Herstellung von Mikrochips. Der Aktienkurs von ASML reagierte prompt mit einem Kursrutsch von bis zu 6,6% innerhalb der Sitzung, nachdem er zuvor noch leicht gestiegen war.
Die Abhängigkeit von China als Absatzmarkt für ASML hat sich im zweiten Quartal deutlich verringert, von 19% auf 14% des Gesamtumsatzes. Ein Zeichen dafür, dass die geopolitische Lage und die zunehmende Eigenständigkeit Chinas im Technologiesektor zu spüren sind. ASML selbst, angesiedelt in Veldhoven (Niederlande) und mit Kunden wie Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) und Samsung Electronics Co., äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.
Die Sensibilität des Projekts verhinderte die Nennung des genauen Namens des chinesischen Staatsunternehmens. Die Entwicklung stellt potenziell einen neuen Wettbewerber für ASML auf dem chinesischen Markt dar, obwohl die selbstgebauten Maschinen noch deutliche Einschränkungen in Bezug auf Leistung und Zuverlässigkeit aufweisen. Umfangreiche Tests sind daher unerlässlich, bevor eine großflächige Produktion realistisch ist. Der Vorsprung des niederländischen Unternehmens bleibt vorerst unangefochten.
Die Produktion wird zunächst limitiert: Für dieses Jahr werden lediglich fünf DUV-Immersion-Maschinen erwartet, und für 2027 sollen es etwa 20 Einheiten sein. Diese DUV-Immersion-Maschinen stellen die fortschrittlichste Lithografietechnologie dar, auf die chinesische Halbleiterhersteller derzeit zugreifen können, nachdem ihnen durch internationale Beschränkungen der Zugang zu EUV-Systemen (Extreme Ultraviolet) verwehrt wurde. Gleichzeitig arbeitet China eifrig an der Entwicklung eines eigenen EUV-Systems, das sich jedoch noch in der Prototypenphase befindet. Sollte dieses Projekt erfolgreich sein, könnte die chinesische Chipindustrie eine unabhängige Quelle für strategische Ausrüstung erschließen, während die USA darüber nachdenken, die Export- und Wartungsbeschränkungen für ausländische Lithografiemaschinen in China weiter zu verschärfen.
Die Geschichte zeigt deutlich: Die technologische Souveränität ist ein strategisches Ziel für China, und die Investitionen in die heimische Chipindustrie werden mit Nachdruck vorangetrieben. Die Frage ist nicht, ob China ASML langfristig herausfordern kann, sondern wann.
