Aktienmarkt im sommer: bank of america warnt vor heftiger korrektur
Die Wall Street bereitet sich auf einen turbulenten Sommer vor. Bank of America hat Alarm geschlagen und prognostiziert eine deutliche Korrektur am Aktienmarkt, insbesondere für den S&P 500. Die bisherige Erleichterung über die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten verfliegt, und die Anleger sollten sich auf eine Achterbahnfahrt einstellen.
Technische signale deuten auf eine korrektur hin
Die Strategen von Bank of America, unter der Leitung von Paul Ciana, haben eine Reihe technischer Indikatoren analysiert, die auf eine bevorstehende Korrektur hindeuten. Sie erwarten eine sogenannte „ABC-Korrektur“, eine dreigeteilte Abwärtsbewegung, die den Markt belasten könnte. Besonders vorsichtig sollten Anleger sein, wenn der Index einen neuen Höchststand um die 7.741 Punkte erreicht – dies könnte eine „Bull Trap“ sein, eine Falle, die Anleger in die Irre führt, bevor ein tieferer Rückgang einsetzt. Die Prognose sieht einen möglichen Rückgang auf 6.850 Punkte vor, was einem Verlust von rund 6% gegenüber den aktuellen Kursen entspräche.
Drei Hauptfaktoren stützen diese Einschätzung. Zunächst beobachten die Experten eine Divergenz im Momentum, bei der der Index zwar weiter steigt, aber Indikatoren wie der Relative Strength Index (RSI) eine Schwäche zeigen. Das deutet darauf hin, dass der Kaufdruck nachlässt. Der RSI des S&P 500 liegt derzeit bei rund 49 Punkten, weit entfernt von den zuvor erreichten Höchstständen. Ein weiteres Warnsignal kommt vom TD Sequential Indikator, der das Ende einer Aufwärtsbewegung signalisiert. Dieser hat laut Ciana bereits am 1. Juni eine „Red 13“-Signalung ausgelöst, was darauf hindeutet, dass der Aufwärtstrend an Dynamik verloren hat.
Die Elliott-Wellen-Theorie, die Marktzyklen in fünf Wellen unterteilt, liefert ebenfalls Anhaltspunkte. Die Experten interpretieren den Tiefststand von 7.334 Punkten am 10. Juni als die vierte Welle, die typischerweise eine Korrektur vor dem letzten Aufwärtsabschnitt darstellt. Ein Bruch dieser Niveaus würde die Korrektur als tatsächlich im Gange bestätigen.

Technologieaktien im abwärtsstrudel
Die Besorgnis um die Stärke des Aktienmarktes hat in den letzten Wochen zugenommen, insbesondere nach dem Einbruch der Technologieaktien. Der Nasdaq 100 verzeichnete am Freitag einen Kursverlust von fast 5%, belastet durch starke Rückgänge bei Branchenführern wie Broadcom (-10% wöchentlich), Nvidia (-8%) und Intel (-7%). Die Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI) scheint vorerst verflogen zu sein, was die Anleger verunsichert.
Trotz der erwarteten Volatilität halten die Strategen von Bank of America an einer positiven langfristigen Perspektive für den Aktienmarkt fest. Sie gehen davon aus, dass der Markt im vierten Quartal wieder aufholen und möglicherweise einen traditionellen Weihnachtsrallye erleben wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich diese Erwartung bewahrheitet oder ob die Korrektur sich als tiefer und länger als erwartet herausstellt.
