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Trump verkauft tweets: hedgefonds zahlen schlange für insider-infos?

Die Welt der Finanzmärkte ist bekannt für ihre Skrupellosigkeit, aber der neueste Coup von Trump Media & Technology Group (TMTG) könnte selbst hartgesottene Profis sprachlos machen. Der Social-Media-Konzern, der hinter der Plattform Truth Social steckt, hat ein Geschäftsmodell entdeckt, das so bizarr wie lukrativ ist: Er verkauft exklusive Vorabinformationen über Donald Trumps Posts an Hedgefonds und Hochfrequenzhändler.

Der preis für einen blick in trumps kristallkugel

Die Idee ist so simpel wie fragwürdig: TMTG bietet eine sogenannte “Truth API” an, die ihren Abnehmern einen Bruchteil von Sekunden vor der Veröffentlichung einen maschinenlesbaren Datenstrom von Trumps “Truths” liefert – und zwar nicht nur die des ehemaligen Präsidenten, sondern auch von den zehn einflussreichsten Accounts auf Truth Social. Der Preis dafür? Saftige 100.000 Dollar pro Monat, oder 60.000 Dollar bei einem dreijährigen Vertrag. Eine Investition, die sich für einige Finanzakteure durchaus lohnen könnte, angesichts der Fähigkeit von Trumps Aussagen, Kurse in Windeseile zu beeinflussen.

Es ist kein Geheimnis, dass auch schon einzelne Tweets des Ex-Präsidenten schon für erhebliche Marktbewegungen sorgten. Nun wird dieses Phänomen kommerzialisiert, und das wirft ethische Fragen auf, die weit über die Grenzen der Technologiebranche hinausreichen. Das Problem: Donald Trump besitzt eine Mehrheitsbeteiligung an TMTG. Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt sondergleichen – Trump profitiert direkt von seiner Position als einflussreiche Persönlichkeit, indem er frühzeitigen Zugang zu Informationen verkauft, die den Markt beeinflussen können.

Kevin McGurn, der Interims-CEO von TMTG, versucht, die Sache herunterzuspielen: “Die Märkte reagieren bereits auf Truth Social-Posts.” Ein Statement, das eher als Schadensbegrenzung denn als glaubwürdige Erklärung gewertet werden kann. Die Wahrheit ist, dass diese Praxis den Markt für den “kleinen Anleger” unfair macht. Während Hedgefonds mit Millionenbudgets von Trumps Tweets profitieren, bleibt der durchschnittliche Investor im Dunkeln und muss mit den Folgen der Marktbewegungen leben, die durch diese exklusiven Informationen ausgelöst werden.

Die Aktie von TMTG schloss am Freitag bei 9,66 Dollar, ein leichtes Plus von 3 Cent. Doch der wahre Wert dieser Firma liegt nicht in ihrem Börsenkurs, sondern im fragwürdigen Geschäftsmodell, das sie entwickelt hat. Es ist eine gefährliche Entwicklung, die die Integrität der Finanzmärkte untergräbt und den Ruf der Demokratie beschädigt. Denn wenn politische Äußerungen in Social Media zu einem handelbaren Gut werden, dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Grenzen zwischen Politik, Wirtschaft und persönlichem Profit immer weiter verschwimmen.

Der schatten der skrupellosigkeit

Der schatten der skrupellosigkeit

Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob TMTG weiterhin diese Praxis fortsetzen wird, sondern ob die Aufsichtsbehörden einwirken werden, bevor das System völlig aus dem Ruder läuft. Denn eines ist klar: Solange Donald Trump eine Vorliebe für explosive Social-Media-Posts hat und TMTG bereit ist, diese zu verkaufen, wird der Markt weiterhin auf Messers Schneide stehen – und der kleine Anleger wird weiterhin das Nachsehen haben.