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Google zahlt 135 millionen – android-nutzer sollten jetzt handeln!

Ein Urteil ist gesprochen, ein Meilenstein erreicht: Android-Nutzer in den USA haben möglicherweise Anspruch auf einen Anteil an Googles 135-Millionen-Dollar-Vergleichsschadenersatz. Doch wer sich einen Teil sichern will, muss schnell sein. Der entscheidende Termin für die Abmeldung aus dem Vergleich ist bereits vergangen, und das könnte für einige Nutzer kostspielig werden.

Was steckt hinter dem rechtsstreit?

Was steckt hinter dem rechtsstreit?

Die Klage, bekannt als Joseph Taylor et al. v. Google LLC, wirft Google vor, unbefugt Datenverbindungen genutzt zu haben. Konkret geht es darum, dass Googles Server im Hintergrund – selbst dann, wenn das Android-Gerät unbenutzt und im Ruhezustand war – Informationen von den Smartphones der Nutzer abriefen. Die Nutzer trugen die Kosten für diese Datenübertragung, während Google davon profitierte. Ein Szenario, das viele Nutzer als unlauter empfinden.

Um einen Anspruch auf einen Teil der Summe zu erheben, mussten Android-Nutzer, die zwischen dem 13. November 2017 und dem 23. Juni 2026 (voraussichtlicher Termin der endgültigen Gerichtsentscheidung) ein Gerät mit einem Mobilfunkvertrag in den USA besessen haben, bis zum 29. Mai 2024 aus dem Vergleich ausscheiden. Wer dies versäumt hat und weiterhin sein Gerät nutzt, kann Google weiterhin vor Gericht belangen – allerdings auf eigene Kosten und mit ungewissem Ausgang.

Die Realität der Vergleichsschadenersatzzahlungen: Ein bitteres Erwachen? Wie so oft bei Massenklagen, droht auch hier eine Enttäuschung. Während die Anwaltskosten voraussichtlich zwischen 33,75 Millionen und 40 Millionen Dollar liegen werden, könnte jeder einzelne Nutzer weniger als 100 Dollar erhalten. Die Mathematik ist brutal: Bei erwarteten 100 Millionen Anträgen und Abzug der Anwaltskosten für 25% bliebe ein Betrag von rund 101,3 Millionen Dollar, der aufgeteilt werden müsste. Das Ergebnis: Ein einziger Dollar pro Person. Experten schätzen, dass Nutzer mit einem Betrag von maximal 5 Dollar rechnen sollten.

Es ist ein klassisches Beispiel dafür, wie die Interessen der Anwälte oft im Vordergrund stehen, während die tatsächlichen Leidtragenden, die Nutzer, mit einem mageren Trostpreis abgespeist werden. Wer jedoch sein Glück versuchen und seine Ansprüche geltend machen möchte, sollte sich beeilen, die Abrechnungsinformationen (Notice ID und Confirmation Code) auf der offiziellen Webseite des Vergleichs einzugeben. Wer diese Codes nicht erhalten hat, kann sich unter der Telefonnummer 1-844-655-4255 oder per E-Mail an [email protected] erkundigen.

Neben diesem Vergleich gibt es auch den Fall Attila Csupo et al. v. Google LLC, in dem Google bereits einen Vergleich von 350 Millionen Dollar mit Android-Nutzern in Kalifornien geschlossen hat. Auch hier wurde Google vorgeworfen, Daten unbefugt zu nutzen. In diesem Fall könnten die Nutzer mit rund 16,75 Dollar rechnen, wenn die Gerichtsentscheidung zugunsten der Kläger ausfällt. Aber auch hier gilt: Die Anwaltskosten schmälern den Anteil der Einzelpersonen erheblich.

Die Geschichte zeigt einmal mehr, dass die Nutzung unserer Smartphones nicht immer so datenschutzfreundlich ist, wie wir es uns wünschen. Google hat hier zweifellos einen Fehler begangen, doch die tatsächlichen Vorteile für die betroffenen Nutzer dürften überschaubar bleiben. Die Frage ist: Lohnt es sich angesichts des geringen Ertrags überhaupt, sich an dem Vergleich zu beteiligen? Die Antwort liegt im Auge des Betrachters – und im Kleingedruckten der Nutzungsbedingungen.