Echostar gibt frequenzen ab: at&t und spacex profitieren
Ein überraschender Deal erschüttert den US-amerikanischen Mobilfunkmarkt: EchoStar, Muttergesellschaft von Dish Network und Boost Mobile, verkauft einen Großteil seiner Funklizenzen an AT&T und SpaceX. Die Federal Communications Commission (FCC) hat die Transaktion unter Auflagen genehmigt, was den Weg für eine signifikante Umverteilung von Frequenzen ebnet und die Wettbewerbslandschaft neu gestaltet.

At&t baut ländliches netz aus, spacex setzt auf direktverbindung
Die Entscheidung der FCC, den Deal im Wert von 40 Milliarden US-Dollar zu genehmigen, ist ein klarer Schritt zur Freisetzung von rund 300 Megahertz an Frequenzen bis Ende 2027. AT&T sichert sich dabei die Lizenzen für 3,45 GHz und 600 MHz, die 99 Prozent der US-Bevölkerung abdecken. Bereits im November konnte AT&T die 3,45 GHz Frequenz aktivieren, was zu einer Steigerung der 5G-Downloadgeschwindigkeiten um bis zu 80 Prozent führte. Das Unternehmen plant nun, diese und die zusätzlichen 600 MHz Frequenzen vor allem zur Ausweitung des 5G- und Breitbandinternets in ländlichen und unterversorgten Gebieten zu nutzen. Ein Hybrid-MNO-Modell zwischen AT&T und EchoStar ermöglicht es Boost Mobile, die Infrastruktur von AT&T zu nutzen und dadurch kostengünstigere und bessere Dienste anzubieten.
Die Entscheidung der FCC unterstreicht zudem die Erkenntnis, dass EchoStar in den letzten Jahren kaum eine bedeutende Rolle im Mobilfunkmarkt gespielt hat und nicht in der Lage war, die Rolle eines vierten, eigenständigen Anbieters zu übernehmen. Die Umverteilung der Frequenzen stellt sicher, dass diese optimal genutzt werden.
SpaceX hingegen erhält 65 Megahertz an Frequenzen im Mittelband, die für sein Direkt-zu-Gerät (D2D)-Netzwerk der nächsten Generation bestimmt sind. Die Flexibilität, die SpaceX bei der Nutzung der Lizenzen gewährt wurde – sowohl für terrestrische, raumgestützte als auch für hybride Netzwerke – eröffnet dem Unternehmen enorme Möglichkeiten. Die Technologie hat bereits bewiesen, dass sie in Notfällen und Funklöchern lebensrettend sein kann.
Brendan Carr, FCC-Vorsitzender, betonte, dass diese Entscheidungen einen wichtigen Meilenstein für die Sicherung der US-amerikanischen Vorreiterrolle im Bereich D2D-Anwendungen darstellen.
Kritiker bemängeln, dass der Deal die Oligopolstellung von AT&T, T-Mobile und Verizon weiter festigt. Ob SpaceX tatsächlich als vierter Anbieter durchstarten kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: wertvolle Frequenzen werden nicht länger ungenutzt herumliegen.
Die Transaktion ist an die Hinterlegung eines Treuhandfonds von 2,4 Milliarden US-Dollar geknüpft, um sicherzustellen, dass EchoStar finanziell in der Lage ist, eventuelle Ansprüche zu begleichen. AT&T-Kunden profitieren bereits von den Verbesserungen durch die Aktivierung der 3,45 GHz Frequenz, und die zusätzlichen Frequenzen werden die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens weiter stärken.