5G-netze: us-anbieter hinken globalen vorreitern hinterher

Die großen US-Mobilfunkanbieter AT&T, T-Mobile und Verizon streiten sich um den vermeintlichen Mehrwert für ihre Kunden – doch währenddessen verändert sich das Konnektivitäts-Gesicht der Welt. Download- und Upload-Geschwindigkeiten sind nicht länger die alleinigen Maßstäbe für die Leistungsfähigkeit eines Netzwerks. Entscheidend ist nun die Fähigkeit, Künstliche Intelligenz (KI) zu verarbeiten, und hier haben die US-Netzwerke offenbar den Anschluss verpasst.

Latenz als stolperstein für ki-anwendungen

Ein neuer Bericht von Ookla enthüllt eine alarmierende Diskrepanz: Die Reaktionsfähigkeit, oder Latenz, ist für die KI-Tauglichkeit eines Netzwerks weitaus wichtiger als die reine Download-Geschwindigkeit. Warum in Singapur, Malaysia und Australien die KI-Anwendungen schneller reagieren als in Indien, obwohl letztere beeindruckende Download-Geschwindigkeiten aufweisen? Die Antwort liegt in der deutlich geringeren Latenz.

Während textbasierte KI-Anwendungen noch relativ problemlos laufen, scheitern die Netze der USA bei der Erfüllung der Anforderungen für Sprach-KI: Nur 13 von 22 getesteten Ländern erreichen die Zielmarke von unter 40 Millisekunden. Und die sub-10-Millisekunden-Marke, die für Augmented Reality (AR) und multimodale Vision erforderlich ist, wird von keinem Markt erreicht. Das bedeutet, dass die US-Netze schlichtweg nicht für die nächste Generation immersiver Erlebnisse bereit sind, die die gleichzeitige Verarbeitung von Text, Video, Audio und Bildern erfordern.

Die Situation verschärft sich zusätzlich unter Last: Eine niedrige Latenz im Normalbetrieb ist unerlässlich, um die Stabilität unter hoher Auslastung zu gewährleisten.

Uploads: ein vernachlässigtes feld

Uploads: ein vernachlässigtes feld

Die US-Anbieter vernachlässigen den Upload-Bereich auf dramatische Weise. Während traditionell davon ausgegangen wird, dass Nutzer mehr Daten konsumieren als sie produzieren, machen textbasierte KI-Anwendungen Uploads zu einem integralen Bestandteil des Datenvolumens (29%). Bei Konversations- und Agenten-Workloads teilt sich das Verhältnis sogar 50/50 mit den Downloads. Dennoch widmen die Netzbetreiber lediglich 10% ihrer Kapazität den Uploads – ein eklatanter Mangel.

T-Mobile liegt mit einer Median-Upload-Geschwindigkeit von 13,94 Mbps zwar in Führung, gefolgt von Verizon (13,43 Mbps). Doch AT&T landete mit nur 9,0 Mbps auf dem letzten Platz aller getesteten Anbieter. Der Unterschied ist nicht nur quantitativ, sondern spiegelt auch eine strategische Fehlentscheidung wider.

Die Geschwindigkeit, mit der Daten vom Netzwerkrand zur Cloud gelangen, wo die KI-Modelle residieren, ist ebenfalls entscheidend. Netzwerklatenz und -schwankungen können die gesamte KI-Erfahrung beeinträchtigen.

Die ursache des problems: tdd-spektrum

Die ursache des problems: tdd-spektrum

Warum hinken die US-Anbieter hinter ihren europäischen Pendants hinterher? Die Antwort liegt im Einsatz von Time Division Duplexing (TDD)-Spektrum. TDD zwingt die Verwendung derselben Frequenzbandbreite sowohl für den Upload als auch für den Download, was zu einem Kompromiss führt. In den USA geht der Upload immer das Nachsehen. Die Alternative, Frequency Division Duplexing (FDD), nutzt zwei separate Kanäle für Upload und Download und ermöglicht so eine kontinuierliche Zwei-Wege-Kommunikation.

Ein ausgereiftes, landesweites 5G SA-Netzwerk könnte dieses Problem lösen, indem es eine bessere Uplink-Planung und eine größere Anzahl von Carrier-Aggregation-Kombinationen ermöglicht. Doch bis dahin müssen die US-Anbieter dringend handeln, um nicht den Anschluss an die globale KI-Revolution zu verpassen.